Banner

Surfguide Golf von Rosas

Fast zwei Jahrzehnte lang zog es mich in den Golf von Rosas, von meinem 12. bis zum 30. Lebensjahr (1991-2009). Seit 2010 bereise ich andere Teile der Welt. Für mich wird es aber auf jeden Fall wieder nach Rosas zurück gehen, das steht fest!

Ich habe während des genannten Zeitraumes ca. 550 Tage dort verbracht und war möglichst jeden Tag im und auf dem Wasser zum Surfen, Bodyboarden und insbesondere zum Windsurfen. Daher möchte ich einige Erfahrungen teilen und kann vielleicht mit dem ein oder anderen Tipp zu dem ein oder anderen Trip verhelfen. Mein Spotbericht ist nicht gerade kurz, aber wer als Surfer vorhat, dort ein paar Wochen zu verbingen, der investiert vielleicht auch ein paar Minuten Internetrecherche ;-) Mein Anspruch an den Surfbericht ist der, dass auch für Kenner der Gegend durchaus noch interessante Tipps dabei sind.

Noch ein Sache vorweg: die Begriffe „Windausbeute“ und „Surftag“ sind sicher auch ein Stück Definitions-Sache. Für mich und meinen Bericht gilt: wenn ich im schlechtesten Fall mehr als 1.5 Std bei über 13 Knoten (>100kg, größtes Segel 7.5) konstant Gleitspaß habe, dann verbuche ich das als Surftag. Nicht, dass hier das Missverständnis aufkommt, ich hätte mit einem Formular-Rigg die Statistik aufgebessert ;-)
Los gehts:

In vielen Spotberichten über „die Bucht von Roses“ (spanisch, oder „Rosas“ deutsche Schreibweise) wird das Bild eines Leichtwindspots skizziert, der nur gute Anfängerbedingungen zwischen 3-4 Bft. bietet. Ein Spot, der im Prinzip nur bei heftigem Nordwind („Tramuntana“) interessant ist. Das halte ich ausdrücklich für falsch. Nur um ein paar Zahlen zu nennen: ich z.B. hatte die letzten vier Jahre vor Ort (das war 2006-2009) mit je über 100kg Gewicht ausnahmslos eine Windausbeute zwischen 80-95%, allerdings war das immer nur max. zu 15% Tramuntana.

„Trami“ allein macht also die Bucht nicht interessant, zumindest im Sommer. Der durchschnittliche Surftag in der Bucht von Rosas ist also vor allem geprägt von thermischen Winden (ca. Südostwind) und sieht bei „normalen“  Bedingungen und wenig Welle schon mal mindestens so aus:

Surf 1

Etwa seit 2004 hat sich wegen der konstanten Thermikbedingungen auch eine immer größer werdende Kiteszene etabliert, sodass man v.a. im unteren Windbereich oft mehr Kiter als Windsurfer auf dem Wasser sichtet. Allerdings dürfen diese nicht überall fahren. Vor allem sieht man sie am sog.“Playa Rubina“ und in der Nähe von St. Pere Pescador (Ortslage folgt unten).

Surf 2

Ich möchte nicht großartig auf die geographischen Gegebenheiten der Bucht von Rosas eingehen, doch damit man zumindest die gleich genannten Orte grob einordnen kann, hier eine Skizze des Bereiches rund um den Golf von Rosas:

Surf 3

Ob Roses oder Sant Pere de Pescador (mit seinen beliebten Campingplätzen Las Dunas, La Ballena Alegre sowie Aquarius) - beides sind sehr Thermik-beständige Spots, die sich nicht massiv unterscheiden. Bei Ostwind-Thermik hat St. Pere auch mal mehr Wind, bei Wind aus Südost gibt’s in Rosas eher einen beschleunigenden Effekt durch die Berglage.

Neben der oben bereits erwähnten Seltenheit des Tramis im Sommer, insbesondere von Juni - August, ist der Nordwind im Sommer außerdem deutlich schwächer. Wo zu Ostern die Rollläden wegen Sturm geschlossen werden, herrschen in der heißen Jahreszeit i.d.R. bis 6 Bft (Ausnahmen bestätigen die Regel, z.B. im August 2006 mit 8 Tagen am Stück zwischen 6 und 9 Bft.) Wer sich also auf die Nutzung kleiner Segel und einen konstanten Nordwind verlassen will, der ist hier sicher falsch und sollte z.B. „ums Eck“ in Leucate Urlaub machen und das auch nicht unbedingt im Hochsommer. Lac de Leucate:

Surf 4

Wer aber lieber täglich 1,5 – 3 Stunden verlässlichen Gleitspaß haben möchte und durchaus gerne zu einem 7qm Segel greift, der wird hier ganz sicher fündig. Es sind die regionalen Winde, wie Levante oder Garbi, die gepaart mit der lokalen Thermik eine wirklich konstante Windausbeute ergeben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in den Monaten Juni - August die Winde in einem knapp wochenweisen Zyklus erscheinen. Die Reihenfolge ist unbestimmt, sieht aber oft so aus: eine knappe Woche normale Thermik (Ostwind) bei wenig Welle, dann eine Woche mit Südostwind und mehr Welle, dann ein paar Tage Trami und danach (leider gibt’s das auch) ein paar Tage Flaute oder zumindest nur sehr kurze Thermik mit 1,5h am Tag. Daher gilt natürlich: wer zwei Wochen bleibt, der kann mächtig Glück haben, aber auch Pech mit Bedingungen zwischen Flaute und Schwachwind. Wer 3-4 Wochen bleibt, nimmt i.d.R. alle vier Phasen mit und hat schnell 70% Windausbeute, auch mit kleinen Segeln versehen. „Mindestens“ dann, wenn man an einem Spot bleibt. Man kann aber durch Kurztripps mit wenigen km noch mehr rausholen, dazu später mehr. Der beste Monat zum Surfen ist für mich übrigens der Juli - leider bekommen die Franzosen und Spanier aber meist Mitte/Ende Juli landesweit einheitlichen Urlaub und dann wird’s extrem voll, was mich zuletzt von Mitte Juni bis Mitte Juli dorthin fahren ließ. Im August und September besteht die Gefahr, dass sich recht häufig ab 13.00 Uhr von den Pyrenäen aus der Himmel für ein paar Stunden zu zieht - das ist dem Surfer ein Dorn im Auge, da die Thermik sich nicht richtig durchsetzt oder der bereits vorhandene Wind dann unheimlich schnell nachlässt. 2002 habe ich das von Anfang August bis Mitte September fünf Wochen am Stück täglich erlebt, da verging einem dann irgendwann die Lust… Solche Tage gibt’s auch im Juni und Juli, aber im August mehrt sich das in der Regel. Es fängt dann immer mit harmlos aussehenden Wolken über den Bergen an (siehe Bild unten) und zieht sich dann innerhalb von 20-40 Minuten zu.

Surf 5

Die normale Thermik greift etwa zwischen 14.30-17.30 Uhr. Ganz selten vorher, des Öfteren aber auch später. Zuletzt, (Juli 2009) hatte ich in der ersten Woche wieder ein paar Tage mit Wind erst ab 16.30 bis ca. 19.00 Uhr. In seltenen Fällen kommt die Thermik auch noch um 17 oder 18.00 Uhr, reicht dann aber immer nur max. 1.5h zum Gleiten. Der Wind kann recht plötzlich kommen - also nicht erschrecken, wenn man mal um 13.00 Uhr zum Strand fährt und auf dem Meer „satte“ 1-2 Windstärken herrschen. Um 12.00 Uhr ist das sogar der Normalfall. Das führt vormittags zu schönen Anfängerbedingungen (sowie leider hohen Temperaturen) und Familienurlaubstauglichkeit. Zum anderen ist es sicher Grund für die offiziellen Windstatistiken und Windvorhersagen dieser Region (z.B. bei windfinder.com oder windguru.com). Denn die lokale Thermik wird hier bei den Vorhersagen nicht berücksichtigt und bei den Windstatistiken für vergangene Monate wird natürlich der Wind gemittelt und nicht nur zwischen den für Surfer interessanten 13-19.00 Uhr gemessen. In der Praxis heißt das Folgendes: es ist so gut wie nie Wind angesagt. Beispiel: an einem Tag, wo laut windfinder (Messpunkt St. Pere Pescador) 12-14 Knoten Südwind angesagt sind, nehme ich mein 7qm Segel gar nicht mehr mit an den Strand, weil ich weiß, dass die lokale Thermik den Wind so beschleunigen wird, dass ich getrost 6.2 (wie gesagt bei über 100kg) fahren kann (mittelgewichtige Surfer 5.8 und kleiner.) 12 Knotentage sehen also hier ein „wenig anders aus“ als gewohnt, siehe:

Surf 6

Bei einem normalen Thermiktag fürs 7er mit de facto 4-5 sind also oft nur 2-8 Knoten aus Südost/Ost angesagt. Da würde man in Deutschland nie auf die Idee kommen, auch nur zum nächstgelegenen See zu fahren. Die Windvorhersagen stimmen also nicht mit der Realität überein, man kann aber (mit diesem Wissen) dennoch wertvolle Infos für den nächsten Surftag herauslesen. So auch, welchen Spot man am besten wählt, dazu gleich mehr. Das einzige Manko am Thermikwind ist die Ungewissheit und Dauer des Zeitraumes - morgens mit 99% Wahrscheinlichkeit zu sagen, wann der Wind kommt, das habe ich auch nach 550 Tagen (trotz xls-Analyse ;-) nicht herausfinden können... daher ist der Spot nichts für Leute, die im Laufe des Tages mal auf gut Glück an den Strand trudeln, trotz wehenden Windes 1h zum Aufwachen brauchen, eine weitere fürs Aufriggen und eine zum Trapeztampen einstellen. Denn selbst wenn der Wind sagen wir „pünktlich um 14.30 Uhr“ einsetzt, reicht es an vielen Tagen nicht über 2,5h zum Gleiten, an schlechten Tag auch mal nur ne gute Stunde. Für mich persönlich ist das für Surftage im Urlaub voll ok, vielleicht sogar optimal (Südwind und Trami blasen ja auch den ganzen Tag), da ich meist gegen 13.30 Uhr aufschlage, erstmal provisorisch aufrigge und dann entspannt im Meer baden gehe und relaxe bis der Wind kommt. Aber das ist sicher Geschmacksfrage und nichts für Leute die auf Pozo geboren wurden oder in Leucate groß geworden sind. Und die bessere Hälfte freut`s schließlich auch mal, wenn man nicht schon wieder „gesandstrahlt“ wird…:

Surf 7

So, wie treibt man also die normale Windausbeute - von sagen wir 70% im Sommer - in die Höhe? Voraussetzung dafür: Auto und Internetcafe ;-) Denn wer durch PKW oder Womo mobil ist, der sollte - je nach aktueller Windvorhersage aus dem Netz - am nächsten Morgen einen anderen Spot besuchen. Alles im Umkreis von 10km Entfernung Luftlinie. Denn ob auflandig, ablandig, mehr Welle oder weniger Welle, das kann man sich bei bestimmten Windverhältnissen nahezu aussuchen. Das hat wie schon auf der Karte ersichtlich mit der Lage und Krümmung der Bucht zu tun.

Surf 8

Von links vorne nach rechts hinten erkennt man hier die Orte Rosas, St. Margarida, Ampuriabrava, St. Pere Pescador (Austragungsort Worldcup im Juni) und L`Escala. Die Blickrichtung aus Sicht des Betrachters ist etwa nach Südwesten - Barcelona liegt also, vom Betrachter aus gesehen, etwa 140 km Entfernung in Blickrichtung. Dreht man sich nach "links" um (Ausgangslage ist der Gipfel des Aussichtspunktes auf dem „St. Pere de Rodes“) und blickt in nordöstliche Richtung, so sieht man folgendes Bild, auf dessen rechter Seite Port de la Selva zu erkennen ist.

Surf 9

Noch weiter nach "links" (= nach Norden) befindet sich vom Betrachter aus gesehen die spanisch-französische Grenze in einer Entfernung von etwa 40 km. Dieser kleine Ausflug in die geographischen Gegebenheiten erklärt eigentlich auch schon die Vielfältigkeit der Gegend. Bei den typischen, alltäglichen Winden (v.a. bei der Thermik) eignen sich in der Bucht von Rosas alle genannten Spots. Je nach Spot kommt der Wind dann halt auflandig oder schräg auflandig- übrigens nicht sideshore, auch wenn das Bild dies vermuten lässt. Bei den Winden aus nördlicher Richtung (meistens Tramuntana) gibt es dann im Fischerörtchen „El Port de la Selva“ eine Besonderheit:

Surf 10

An einem normalen Thermiktag in Rosas oder St. Pere Pescador weht hier kaum ein Lüftchen und man muss eher zusehen, dass man keinen Hitzeschlag erleidet. Bei nördlichen Winden findet man hier im Golf von Lion Bedingungen vor, die - in Anbetracht der winzigen Entfernung zum Golf von Rosas - außerordentlich sind. Es weht teilweise doppelt und dreifach so viel Wind, auch wenn die Orte Roses und El Port de la Selva gerade mal 9km Luftlinie auseinander liegen. Überspitzt formuliert würde ich heute selbst dann nach Selva fahren, wenn auch nur 1 Knoten Wind aus Norden angesagt ist. Aber das macht man ja dann häufig aus Bequemlichkeit doch nicht und erst zuletzt, in 2009, ärgerte ich mich wieder sehr darüber. Je einen Tag zuvor war auf windfinder Nordwind angesagt, doch nur um die 9 Knoten. Eigentlich hätte ich aus den letzten Jahren wissen müssen, dass es dann auch schon ballern kann, aber in der Bucht Rosas herrschten wirklich nicht mal 2 Windstärken. Kein Lüftchen. Daher hab ich mir auch nicht die Mühe gemacht extra nach Selva zu fahren da ich es wirklich für ausgeschlossen hielt… 3 Tage später immer noch anhaltendes Szenario. An dem Tag fuhren wir dann rüber und nach ca. 15min Fahrzeit, am Scheitel des Berges, wo man Selva erstmals erblicken kann, sah ich schon nichts als Schaumkronen… ne Stunde später hab ich mir dann von einer handvoll deutscher Surfer lang und breit anhören müssen, wie gut doch die 5er Segel in den letzten 2 Tage zu fahren waren… ;-( *grr*…. hier mal ein Bild aus 2008 während sich 9km weiter kein Blatt regte:

Surf 11

Das heißt im Umkehrschluss natürlich auch: wenn man sich nicht die Mühe macht und dort rüber fährt, verpasst man nicht nur ein paar wenige Gleittage im Urlaub, sondern auch eine der besten Tage, denn die Bedingungen in Selva sind zwar oft recht böig, dafür aber auch sehr vielseitig. Dünungswellen werden ab 6Bft. schnell mal 1,5-2m hoch, rollen weit draußen sehr langsam und bringen somit Fortgeschrittenen ne Mange Fun, verderben aber selbst Aufsteigern nicht den Spaß und sind recht ungefährlich. An manchen Tagen, wie auf dem nachfolgenden Bild kann die Dünungswelle aber wirklich gewaltig werden, man beachte meinen Kumpel Peter links im Bild als Maßstab:

Surf 12

Wenn man weit abfällt Richtung eines Sandstrandes, dann kann man sie dort auch brechen sehen (der Untergrund ist aber sehr felsig daher ist es nicht ganz ohne, und nur für erfahrene Surfer zu empfehlen, die nach einem Abflug schnell wieder auf dem Brett sind). Die Größe aber ist dann deutlich reduziert, bei genanntem Szenario bricht dann vielleicht noch eine gut 1m hohe Welle, also recht harmlos aber schön zum Springen oder „Abwedeln“ ;-)

Surf 13

Ab 8 Bft. siehts dann sicher wieder anders aus, ich hatte hier aber maximal 7. Wie böig es in Selva ist und welche Wellengröße hängt wohl nicht nur von der Windstärke ab: ich hatte 09 einen Tag mit sehr starkem Wind (ca.7 Bft) und es hatte sich für Stunden überhaupt keine brechende Welle gebildet, und nur 1-1.5m Dünungswelle. Ich hatte schon bei weniger Wind deutlich höhere Wellen. Das scheint dann von der genauen Windrichtung abzuhängen - Nordostwind ist sehr böig N/Nordwest konstanter, ich denke das gleiche gilt dann auch für die Wellenhöhe.

In Selva startet man am besten an der Hafenmole/auf dem Sandstrand (hinten rechts im folgenden Bild) im absoluten Flachwasser. Aufgrund der Beschaffenheit des Spots kann es also durchaus vorkommen, dass „vorne“ an der Mole (siehe Bild im Hintergund) eine Anfängerschulung stattfindet während einige hundert Meter weiter draußen die Fortgeschritten in einer 2m Dünungswelle fahren. Vorne am Strand bricht wie zu sehen in der Nähe der Mole nur eine Welle von vielleicht einem halben Meter:

Surf 14

Auf der anderen Seite der Bucht, in Richtung Felsen wird die Dünungswelle dann stetig höher. Von dieser Felsseite habe ich leider nur ein Bild von einem Tag mit wenig Welle:

Surf 15

In Port Selva gibt es noch weitere „Seiteneinstiegsmöglichkeiten“ am Ortsende, weiter in Richtung des offenen Meeres. Z.B. einen Kiesstrand, an dem aber Surfen mittlerweile verboten zu sein scheint:

Surf 16

Ich steige schon mal ab und zu dort ein, weil ich Frühaufsteher bin und dort die ein oder andere Morgensession einlege (dann winkt einen die Policia Local nicht aus dem Wasser) und weil der Wind hier etwas konstanter und kräftiger weht…

Surf 17

…die Dünungswellen in der Regel höher sind…

Surf 18

...und die Kulisse einfach super ist:

Surf 19

Ich lasse mich dann nach der Session meist abfallen bis zum Sandstrand an der Mole. Dieser Ein-und Ausstieg ist aber dann nichts für Ungeübte und jene, bei denen der Wasserstart noch nicht 100pro sitzt (hier ein Bild von oben).

Surf 20

Genug zu Port de la Selva als Ausweichspot für Nordwind. Kurz noch ein Hinweis: wenn man Richtung Nationalpark Cap de Creus fährt - mit seinen vielen kleinen wunderschönen Buchten - dann sieht man dort auf dem Wasser auch bei Trami ab und an mal ein paar Locals surfen. Das kann ich aber wirklich kaum einem Touri empfehlen, da die Bedingungen meist ablandig mit weitreichender Windabdeckung sind, und im Gegensatz zu Rosas befindet man sich hier bei ablandigem Wind nicht in einer geschützten Bucht, in der es leicht Seitenausstiege gibt. Darüber hinaus gibt es dort fast auschließlich scharfkantige Felsküste:

Surf 21

Abseits dieser Tatsachen ist die Kulisse zum Surfen aber ohne Frage eine sehr Schöne:

Surf 22

Nun nochmal zu den Windbedingungen in den anderen genannten Orten der Bucht: bei den normalen Thermikwinden unterscheiden sich die Bedingungen wie oben schon beschrieben nicht gerade massiv im Golf von Rosas. Ich habe aber insbesondere in den letzten Jahren alle genannten Spots ausprobiert und kann feststellen, dass die Thermik in Richtung der Berge bei Rosas oft 1-2 Knoten stärker ist. So herrscht bei schwacher Thermik bsp.weise in Rosas oft etwas mehr Wind als in St. Pere de Pescador. Das klingt jetzt nicht viel aber gerade 1-2 Knoten mehr oder weniger machen an Leichtindtagen oft 1 Stunde mehr Gleitspaß aus und das ist dann durchaus ein Unterschied.

Bei starkem Tramuntana, wenn der Nordwind also auch wirklich auch im Golf von Rosas ankommt, dann sieht die Lage so aus: Flachwasserheizer bevorzugen dann den Einstieg in Rosas (sideshore, böig, weiter draußen Hack) oder am sog. "wilden Strand" (Playa Rubina), gelegen zwischen St. Margarida und Ampuriabrava:

Surf 23

Hier kommt der Wind dann schräg ablandig und durch durch fehlende Bebauung etwas konstanter. Optimal für GPS- und Speedsessions. Sind hier 2006 mit Wavestuff knapp 60 km/h gefahren lt. Garmin-Speedmessung, was wegen der badewannenflachen Bedingungen relativ easy zu erreichen war.

Wer den Wind weniger böig, vielleicht aber auch stärker und die Bedingungen wellenreicher schätzt, der fährt dann nach St. Pere de Pescador oder dem kleinen Strandabschnitt Richtung L`Èscala („St, Martin de Empuries“). Beide Abschnitte bilden einen (äußerst langen) durchgehenden Strand.

Surf 24

Der Wind kommt hier sideshore bzw. schräg auflandig. Wirklich saubere Wellen sucht man hier meist vergeblich. Zum Springen aber ist es erste Sahne.

Der beste Wavespot bei starkem Trami soll Pals sein, noch weiter südlich (sozusagen 2 Buchten südlicher). Leider kann ich hier noch keinen Erfahrungsbericht präsentieren - nur eines schon mal feststellen: 08 und 09 wollte ich jeweils hier bei Trami surfen. Es waren jeweils Tage, wo ich als Schwergewicht in Selva 5.4 fahren konnte. Also bis nach Pals bzw. „Palsmar“ gefahren (ist nicht gerade n Katzensprung da die Strecke schrecklich verzwickt ist) und siehe da - tatsächlich Flaute. Also gehe ich nun davon aus, dass der Trami in der Bucht schon wirklich mit 8Bft aufwärts ballern muss bis hier Surfbedingungen entstehen. Zu Ostern oder im Spätherbst/Winter ist das ja auch häufiger der Fall, aber in den Genuss kommen wohl eher die Locals…Trotz schwachen Windes waren aber zugegebenermaßen schon recht große Wellen vor Ort mit einem satten Shorebreak, wie diese Urlauberin dann auch festgestellt hat:

Surf 25

Schaut man sich aber mal bei youtube Surfvideos von Pals an, muss man leider feststellen, dass die Wellen zwar hoch, aber auch nicht unbedingt super sauber laufen, außerdem scheints sehr böig zu sein.

Daher zum Thema Wellen noch einen Tip: wer gute onshore-Bedingungen mag, der sollte sich insbesondere bei gut angesagtem Süd/Südost/Ost-Winden zum Playa Rubina begeben. Das ist der oben schon erwähnte unbebaute Strandabschnitt in Mitten eines Naturschutzgebietes („Parc Aiguamolls“). Wobei das idyllischer klingt als es ist - mittlerweile wird’s auch hier voll, aber man kommt eben nur mit einem Auto hin - daher ist`s immer noch deutlich leerer als an den übrigen Hotel-bebauten Stränden. Hier laufen die Wellen sauberer und vor allem höher (1-gute 2m) herein als bspw. In St. Pere de Pescador, außerdem brechen sie sehr flach und sind an manchen Tagen extrem lang, perfekt zum Springen oder für kleine Cutbacks (backside). Die Wellen brechen teilweise auf einer Breite von mehr als 200m…

Surf 26

Daher kann man auch mehrfach backside in die Wellen hineinfahren und hat zwischen den Wellen spiegelglattes Wasser. Es kann auch schon mal eine Art Swell entstehen: es gibt Tage, an denen morgens bei 0-3 Bft. schon 1-2m hohe Wellen reinlaufen, perfekt zum Bodyboarden wie hier im Juli 07:

Surf 27

Dann kam es jedes Jahr mal wieder zu der Situation, dass man in einer leichten Mittagsthermik mit Leichtwindstuff in super sauberen 1,5m Wellen fahren kann…

Surf 28

…dazwischen wirklich spiegelglattes Wasser…

Surf 29

Das sind einfach superschöne Bedingungen:

Surf 30

An solchen Tagen bläst dann manchmal auch ein sideshore Wind von links, der allerdings auch schnell die Wellen „verbläst“… dann hat man sogar für 1-2 Std. Bedingungen zum „Abreiten kleiner Wellen“ :

Surf 31

Der Playa Rubina ist außerdem an windigen Tagen selbst mitten in der Hauptsaison sehr leer, weil der Normalo-Touri keine Lust hat, Sand einzuatmen ;-), siehe Bild vom August 06:

Surf 32

Und in der Nebensaison muss er ohnehin nicht gerade wegen Überfüllung geschlossen werden:

Surf 33

Das war`s auch „schon“ mit meinem Spotbericht. Ich hoffe, die ein oder andere interessante Info war dabei und man sieht sich mal dort oder wo auch immer auf dem Wasser ;-) Wer noch weitere Infos braucht (nur zu den Campings kann ich keine Tipps geben) - den lade ich gerne ein, mir zu mailen...

Beste Grüße!